Kopfläuse kann jeder bekommen
Verlausung ist keine Angelegenheit der persönlichen Sauberkeit, denn auch auf einem hygienisch einwandfrei gepflegten Kopf können sich Läuse wohlfühlen und vermehren. Der Hauptgrund für die zunehmende Verlausung ist Unkenntnis der Übertragung, Vermehrung und Bekämpfung der Schmarotzer. Es ist keine Schande, Läuse zu bekommen, wohl aber eine, sie zu behalten.
 
Merke:
Läuse werden immer von befallenen Menschen oder Gebrauchsgegenständen übertragen.


Sie halten sich zwar vorzugsweise an dem von ihnen befallenen Menschen auf, können aber, "wenn die Köpfe eng zusammengesteckt werden", wenn Kämme, Haarbürsten, Mützen, Decken, Kopfkisssen, Jacken gemeinsam benutzt oder eng beieinander aufbewahrt bzw. wenn Sitzlehnen und Kopfstützen nicht ausreichend mit einem Läusemittel behandelt werden, von einem Menschen zum anderen geraten.

Der Läusebefall ist sehr lästig und ruft Hautkrankheiten hervor.
 
Wenn Ihr Kopf mehr als gewöhnlich juckt, so dass Sie ständig kratzen müssen, dann sollten Sie doch jemanden nachschauen lassen, ob diese Blutsauger sich an Ihren Haaren festgesetzt haben. Am besten scheitelt man das Haar mit einem Kamm Strich für Strich und sucht mit einer Leselupe nach Läusen und deren Eiern (Nissen).
Besonders gründlich sind die Haare in der Schläfen-, Ohren- und Nackengegend zu untersuchen. Vor allem bei längerem, dichterem Haar herrscht hier die optimale Temperatur zur Eiablage.
Die ausgewachsenen sechsbeinigen Läuseweibchen sind bis zu 3 mm lang und von grauer Farbe. Wenn sie sich gerade mit Blut vollgesogen haben - was alle 2 bis 3 Stunden geschieht - erscheinen sie rötlich. Der beim Blutsaugen in die Kopfhaut gelangende Speichel der Laus verursacht den heftigen Juckreiz. Dieser führt zum Kratzen und zu Kratzwunden, die durch Eitererreger und Hautpilze infiziert werden können. Eitrige Hautausschläge mit Schwellungen der Lymphknoten sind die Folge. In diesen Fällen ist unbedingt der Arzt aufzusuchen.
Gesucht werden sollen dabei aber nicht nur die Läuse, sondern auch deren Eier, die Nissen. Sie sind ca. 0,8 mm lang, weißlich bis gelblich glänzend und gerade noch mit dem bloßen Auge zu erkennen. Sie kleben fest an den Haaren "wie Perlen an einer Schnur" vornehmlich in der Nähe der Kopfhaut. Deshalb lassen sich die Nissen auch nicht durch einfache Kopfwäsche entfernen und entgehen wegen ihrer Kleinheit auch dem Abstreifen durch gewöhnliche Kämme.
 
Bei Unklarheit darüber, ob Läusebefall besteht oder nicht, unbedingt zum Arzt gehen!
 
Selbst leere Nissenhüllen bleiben am Haar nach dem Ausschlüpfen der Larven haften.
Das Läuseweibchen ist nach 3 Larvenstadien, in denen es ständig Blut saugt, nach ca. 10 Tagen geschlechtsreif und legt pro Tag ca. 4 Eier ab, bis zu 90 insgesamt. Bei sehr starkem Läusebefall können diese auch an Stoffasern von z.B. Kopftüchern, Mützen und Hüten geklebt werden.
Läuse sind fakultativ pathogen, d. h. sie können krankmachend sein.
Läuse werden etwa 3 Wochen alt.
Für ihre Entwicklung braucht eine Läusegeneration von einem Ei bis zum nächsten mindestens 18 Tage. Davon entfallen ca. 8 Tage
auf das Nissenstadium, weitere 8 - 9 Tage auf das Larvenstadium und 1 bis 2 Tage nach der letzten Häutung kann die befruchtete weibliche Laus Eier ablegen. Diese Entwicklungszeiten sollte man als Voraussetzung einer sachgerechten Bekämpfung kennen. Denn überleben nur einzelne Nissen, schlüpfen nach ein paar Tagen neue Läuselarven aus und die Plage beginnt von neuem.
 
Mittel gegen Verlausung erhalten Sie in der Apotheke.
 
Sie können diese ohne Rezept erwerben oder auch auf Rezept des Haus- oder Kinderarztes in der Apotheke erhalten. Ob die Verordnung auf Kosten der Krankenkasse möglich ist, richtet sich nach den Bestimmungen der Krankenversicherung. Einen Säugling sollten Sie niemals selbst behandeln, sondern immer Ihren Arzt fragen. Zur Behandlung stehen Sprays, flüssige oder gelartige Mittel zur Verfügung; für die Bekämpfung an Kleidern, Mützen und andern Textilien gibt es Puder zum Einstäuben. Alle Mittel müssen streng nach ihrer Gebrauchsanweisung angewendet werden.
 
Vor allem tote Nissen können mit Hilfe eines besonders lang- und feinzinkigen Nissenkammes abgekämmt werden. Vorheriges mehrfaches Spülen der Haare mit lauwarmem Essig (3 Eßlöffel auf 1 Liter Wasser) erleichtert die Prozedur.

 

Kinder und Schüler dürfen erst dann Schule, 
Kindergarten oder andere Gemeinschaftsräume 
wieder besuchen, wenn nach dem Urteil 
des behandelnden Arztes 
oder des Gesundheitsamtes eine Weiterverbreitung 
der Verlausung durch diese Personen 
nicht mehr zu befürchten ist!

 

 
Nach 8 - 10 Tagen Behandlung wiederholen.
8 - 10 Tage ist der längste Zeitraum zwischen Eiablage und Ausschlüpfen der Larven. Es ist daher zweckmäßig, die erste Behandlung nach dieser Zeit zu wiederholen, um ganz sicher zu gehen, die Läuseplage los zu sein. Zum mindesten sollte in diesem Zeitraum der Behandlungserfolg sorgfältig kontrolliert werden, um sicherzugehen, dass auch in dieser Zeit nachgeschlüpfte Larven abgetötet wurden.
 
Läuse breiten sich rasch aus.
Wenn Läuse festgestellt werden, sollten sich alle Familienmitglieder einer Kontrolle unterziehen, denn Läuse breiten sich im Lebenskreis rasch aus. Wenn sie in der Schule, im Kindergarten oder in Gemeinschaftsunterkünften vorkommen, sollten alle sich dort aufhaltenden Personen kontrolliert werden.
Um Läuse nicht sofort wieder zu bekommen, ist es notwendig, Kämme, Haar- und Kleiderbürsten intensiv zu reinigen; Handtücher, Bettwäsche, Leibwäsche und Oberbekleidung müssen gewaschen werden (Mindesttemperatur: 60°, länger als 10 Minuten) bzw. mindestens eine Woche lang unbenutzt bleiben. Nicht waschbare textile Gegenstände, wie Fußbodenbeläge, Stofftiere sowie Auto-Kopfstützen und -Sitze, können mit einem läuseabtötenden Puder bzw. Spray behandelt werden. Bei sehr starkem Befall ist es sinnvoll, auch Wohn- und Schlafräume zunächst gründlich mit dem Staubsauger von Haaren zu befreien und notfalls anschließend mit einem geeigneten Läusemittel zu entwesen.
 
Läuse kann man auch durch Aushungern abtöten.
Schließlich ist es auch möglich, die Läuse, die sich an Gegenständen, an Kleidern, in Räumen etc. befinden, auszuhungern. Man verschließt Kleidungsstücke für mindestens 3 bis max. 4 Wochen in einem Plastikbeutel und lagert ihn bei Raumtemperaturen um 18°C. Je wärmer es ist, desto schneller verhungern die Läuse: bei 25 bis 30° können sie noch 2 Tage überleben, bei 10 bis 20° allerdings 7 Tage und dabei noch nach 5 Tagen schlupffähige Eier ablegen. Auch befallene Räume - private oder in Schulen oder Kindergärten - sind durch Nichtbenutzen bei gleichzeitiger Überhitzung in wenigen Tagen läusefrei. In allen Fragen der Entlausung können Sie sich auch an Ihren Hausarzt oder an das Gesundheitsamt wenden.

Weitere Behandlungsergänzungen:
Ein effektives Mittel gegen Läuse (auch gegen Fliegen und Zecken) ist das Zitronengras. Zitronengras ist ein aromatisches Gras, das in der traditionellen indischen Medizin seit Jahrhunderten verwendet wird. Das ätherische Öl wird aus den Blättern gewonnen. Man gibt zwei Tropfen Zitronengras auf eine normale Portion eines milden, unparfümierten Shampoos, zerreibt es zwischen den Handflächen und wäscht das Haar wie gewohnt. Da Zitronengras bei einigen Menschen zu Hautreizungen führen kann, ist es für Babys und Kinder ungeeignet.
Junge wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass das Öl des TEA-TREE zur Abtötung von Läusen eingesetzt werden kann. Es handelt sich hierbei um einen kleinen Baum oder Strauch mit nadelartigen Blättern, die denen der Zypresse ähneln. Dieses Öl ist ein traditionelles Heilmittel der Aborigines. In Deutschland ist dieses Öl unter dem Namen Teebaum-Öl bekannt. Da ausreichende Dokumentationen noch nicht vorliegen, sollte es ebenfalls zur Nachbehandlung und nicht zur alleinigen Behandlung Verwendung finden.
Die Araber, Griechen und Römer setzten Pinienöl zur Vorbeugung gegen Läusebefall ein, da dieses Öl insekten- und parasitenabweisend ist. Ebenfalls empfohlen wird Thymianöl, da es desinfizierend und keimabtötend wirkt.

Es ist sehr wichtig, wirklich alle Nissen zu entfernen,  wenn privat niemand diese Arbeit übernehmen kann tut man sich da schwer. Es gibt vom Gesundheitsamt eine Außenstelle für Entlausung, die Behandlung kostet 13 Euro pro Person.

http://www.wien.gv.at/faq/cache/484.html

Auskunft & Information

Magistratsabteilung 15 - Gesundheitswesen

Hüttenbrennergasse 6

1030 Wien

01/797 75 DW 878 80

Montag bis Freitag von 7:00 - 11:30 Uhr   

 

ZURÜCK